Fragen rund um die Taufe

Was ist eigentlich Taufe?

Die Taufe ist ein einmaliger und unwiederholbarer Vorgang.

In der evangelischen Kirche gilt sie als „Sakrament“ - ein besonderes und heiliges Geschehen.
Sie ist das sichtbare und spürbare Zeichen dafür, dass Gott den Täufling als sein Kind annimmt. Gott spricht dem Täufling zu:

„Ich werde mit dir sein, was auch immer kommen mag!“

Gott gibt seinen Segen: das größte Geschenk, das ein Mensch bekommen kann!

 

Wenn ein Kind getauft wird, ist dieser Tag Wegweiser und Zuspruch für das ganze Leben. Ein Familienfest und oft auch ein erster „Höhepunkt“ im Leben eines kleinen Menschen.

Wenn ein Erwachsener getauft wird, folgt die Taufe meist einer erfüllenden Begegnung mit Gott und/oder der Kirche, oder ist Antwort auf die Fragen: Wo gehöre ich hin? Wer steht zu mir? Welchen Sinn hat mein Leben?

 

Dabei ist die Taufe kein „Schutzzauber“, der alles Schwere im Leben abwenden wird, aber doch eine feste Zusage, dass kein getaufter Mensch je alleine sein wird und auch in den schweren Zeiten von Gott getragen und begleitet ist.

Taufe ist ein Fest des Lebens und der Liebe. Sie ist ein Fest der Freundschaft mit Gott, und sie ist das Fest der Aufnahme in die christliche Kirche - darum feiern wir sie als Teil des Gottesdienstes der Gemeinde.

Soll ich mein Kind taufen lassen? Und wenn ja: wann?

Früher wurden erwachsene Menschen getauft, die sich nach einer längeren Vorbereitungszeit zu Gott bekannt haben und mit ihm leben wollten.

Heute taufen wir in der evangelischen Kirche Kinder, weil wir deutlich machen wollen, dass uns die Taufe ohne Vorbedingungen geschenkt wird. Mehr noch: wir halten uns an Jesu Wort, dass Kinder viel besser als Erwachsene Gottes Liebe erfahren und annehmen können, weil sie selbst bedingungslos und ohne Vorbehalte lieben und sich lieben lassen (vgl. Mk. 10, 13-16).

Auschnitt aus der silbernen Taufwasserkaraffe in Waibstadt

Wenn Sie Ihr Kind taufen lassen, dann „nageln“ Sie es damit nicht fest. Es stimmt zwar, dass die Taufe ein einmaliges und unwiederholbares Fest ist, aber später, wenn Ihr Kind groß geworden ist, soll und darf es sich zu seiner Taufe verhalten: bei seiner Konfirmation kann es sagen „Ja, es ist gut dass ich getauft wurde“, oder „Nein, ich will nicht zur Kirche gehören“.

Diese Entscheidung kann ein junger Mensch aber eigentlich nur treffen, wenn es vorher erlebt und erfahren hat wer Gott ist und was es mit der Kirche auf sich hat.
Außerdem gibt die Taufe Ihrem Kind die Gelegenheit mit Gott groß zu werden, das heißt mit einem Freund an der Seite, dem es vertrauen kann. Mit dem Wissen: ich bin von Gott gewollt und geliebt. Mit der Zuversicht: wo auch immer ich hingehe, mein Gott geht mit mir. Das wird ihm in der Taufe versprochen und das soll ihm helfen, es mutig, neugierig und stark machen.

Damit Kinder Gott so als ihren Freund kennenlernen und erfahren, braucht es Eltern und Paten, die bereit sind ihrem Kind auch nach der Taufe noch von Gott zu erzählen, mit ihm dahin zu gehen, wo andere Menschen Gottes Liebe feiern und ihm zu zeigen, wie es an allen Tagen mit Gott leben und mit ihm weitergehen kann.

In der Regel werden Babys getauft, die Taufe macht sich aber nicht an einem bestimmten Alter fest: Sie können Ihr Kind auch später noch - jederzeit - taufen lassen.

Können auch Erwachsene zur Taufe kommen?

Ja, selbstverständlich!
Für Gottes Liebe zu uns gibt es kein "Zu Spät"!
Für ein „Ja zu Gott“ gibt es kein "Zu Spät!

Erwachsene können genau so getauft werden wie Kinder – sofern sie nicht bereits in einer anderen christlichen Kirche getauft wurden. Dann sind sie nämlich schon getauft, weil die Taufe eben unwiederholbar und einmalig ist und auch von fast allen christlichen Kirchen gegenseitig anerkannt wird. Das gilt auch für einmal aus der Kirche Ausgetretene: Die Taufe wird auch bei einem eventuellen Wiedereintritt nicht wiederholt. Sie gilt immer. Sie ist einzigartig!

Vielleicht wünschen Sie sich aber trotzdem so etwas wie eine Erinnerung und Bestätigung Ihrer Taufe? Dann sind Sie zum Tauferinnerungsgottesdienst eingeladen!

Wie läuft die Taufe ab?

Unsere "Tauffische"

Taufe ist auch, aber eben nicht nur, ein Familienfest.

 

Aus Sicht der Kirche ist sie ebenso das Fest der Aufnahme in die christliche Gemeinde. Das bringen wir dadurch zum Ausdruck, dass wir eine Taufe immer in Gegenwart der Gemeinde feiern: Im Gottesdienst.

 

Die Taufe ist dann Teil dieses Gottesdienstes. Dabei legen wir in Daisbach und Waibstadt Wert darauf, dass die Taufe den gesamten Gottesdienst prägt und nicht nur als „Anhängsel“ erscheint.

 

Der Täufling und seine Familie kommen vor: Bei der Begrüßung und in der Auswahl des biblischen Psalmes, den wir immer miteinander beten. Die Tauffamilie sucht die Lieder mit aus und bringt - wenn Sie will - eigene Gebete oder Texte mit ein. Der Taufspruch des Kindes ist zusammen mit dem wöchentlichen Predigttext Inhalt der Predigt. Nach der Predigt kommt der Taufteil: Biblische Texte zur Taufe werden gelesen (in der Regel Mt. 28, 18-20 und Mk. 10, 13-16).

 

Wir beten für Ihr Kind, oder Sie tun es selber. Eltern und Paten werden gefragt ob sie ihr Kind taufen lassen wollen und ob sie umgekehrt bereit sind, ihr Kind auf seinem Glaubensweg zu begleiten.

Taufstein in Waibstadt

Dann kommt die Taufe am Taufstein: das Kind bekommt drei Mal ein wenig Wasser auf den Kopf gestrichen, zusammen mit den Worten der Pfarrerin: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Es wird ihm ein Kreuz aus Taufwasser auf die Stirn gezeichnet und es wird gesegnet.

Auch Eltern und Paten bekommen im Anschluss Gottes ganz besonderen Segen für ihr Leben mit dem Taufkind zugesprochen.

In den meisten Fällen bekommt das Taufkind eine Taufkerze und sein Taufspruch wird noch einmal aufgesagt. Es wird in der Gemeinde Willkommen geheißen und als Zeichen der Zugehörigkeit wird sein "Tauffisch" aufgehängt.



Tauf- und Patenurkunden

Nach der Taufe folgen die Fürbitten, ein Gebet gegen Ende des Gottesdienstes, in denen auch noch einmal für den Täufling und seine Familie gebetet wird.

Die Eltern erhalten eine Taufurkunde für ihr Kind, die Paten eine Patenurkunde.

 

Bei einer Erwachsenentaufe gibt es keine Paten. Der/die Erwachsene kann selbst Ja zu seiner/ihrer Taufe sagen und sich vornehmen, mit Gott zu leben und auf ihn zu bauen.

Alle anderen Elemente der Tauffeier werden wie oben aufgezeigt oder ähnlich gefeiert. Ausführlich, oder im kleineren Rahmen: Das bestimmen Sie.



Wozu Paten? Und wie viele? Und wer?

Paten sind Zeugen der Taufe und sollen das Taufkind auf seinem Glaubens- und Lebensweg begleiten.

Das Patenamt ist also im wahrsten Sinne des Wortes eine „Lebensaufgabe“: Paten leben im Idealfall mit ihrem Patenkind und unterstützen es nach allen Kräften beim Großwerden. Sie lassen es Gottes Liebe erfahren und helfen ihm Gottes Gegenwart auch im Alltag zu erleben.

Das Wort Pate kommt vom lateinischen „pater“ und bedeutet „Vater (heute auch: Mutter) im Glauben“.

Hieran wird schon deutlich worauf aus christlicher Sicht der Schwerpunkt einer Patenschaft liegt: Es geht darum den eigenen Glauben weiter zu geben und dem Kind zu Glauben und Gottvertrauen zu helfen. Das geht durch gemeinsames Gebet, durch Singen und Erzählen. Es kann durch gemeinsame Gottesdienstbesuche geschehen, oder durch immer wieder kehrende Erinnerungen an die Taufe, durch Dasein, Mitgehen und Liebhaben.

Daisbacher Kirchenfenster

Aus all dem ergibt sich schon die entscheidende Voraussetzung für das Patenamt in der Kirche: Paten müssen selbst Mitglied einer christlichen Kirche sein und ihren Glauben damit auch nach außen deutlich zu erkennen geben!

Darüber hinaus muss bei einer evangelischen Taufe mindestens ein Pate evangelisch sein und so dafür einstehen, dass das Taufkind auch die Besonderheiten seiner eigenen Konfession kennen lernen kann.

Zur Kindertaufe gehört mindestens ein Pate, es können aber auch zwei, oder mehr sein.

In der Regel suchen die Eltern Paten für ihr Kind aus. Menschen, die ihnen und ihrem Kind nahestehen. Das können, müssen aber keine, Verwandte sein. Manchmal ist das Patenamt eine gute Gelegenheit jemanden enger an das Kind und die Familie zu binden, auch wenn das Patenamt kein Verwandtschaftsverhältnis begründet. Es ist heute auch kein Amt mehr, das im Falle des Todes oder der Abwesenheit der Eltern eine Vormundschaft begründet. Diese kann alleine bei einem Notar festgelegt werden.

Das Patenamt ist ein kirchliches Amt, das mit dem Taufgottesdienst beginnt und ein Leben lang gilt, auch wenn die eben genannten „religiösen Pflichten“ mit der Konfirmation des Kindes offiziell enden.



Gibt es Vorbedingungen für die Taufe?

Nein, ein Kind kann jederzeit getauft werden, wenn seine Eltern oder Paten es wünschen.

Eine Kirchenmitgliedschaft der Eltern ist wünschenswert aber nicht zwingend.

Lediglich für die Paten gelten die oben genannten Bedingungen.

Gleiches gilt für die Taufe von Erwachsenen: eine Taufe kann jederzeit stattfinden.



Wie finden wir den richtigen Termin?

In unseren Gemeinden gibt es monatlich einen Taufsonntag.

An ihm kann Ihre Taufe stattfinden. Der Gottesdienst ist dann jeweils um 10.15 Uhr. Die Taufsonntage 2012 sind:

Monat    
   Taufe in Daisbach  
   Taufe in Waibstadt  
Februar 2013

03.02.2013 - FG

24.02.2013 - KG

 
März 2013 - 10.03.2013 - KG    31.03.2012 - KG
April 2013
01.04.2013 - KG 07.04.2013 - KG
Mai 2013 19.05.2013 - FG

12.05.2013 - KG   

Juni 2013

09.06.2013 - FG

(11.00 Uhr)

 
 

KG = Klassischer Gottesdienst

FG = Familiengottesdienst

 

Welcher Gottesdienst ist der Richtige für uns?

Wir bieten Ihnen verschiedene Gottesdienstformen an, in denen Ihre Taufe stattfinden kann.

Klassische Gottesdienste bieten sich für Familien an, die ihre Taufe in einem festlichen und eher stillen Rahmen feiern wollen. Auch für die Taufe Erwachsener sind sie sinnvoll.

Erwachsenentaufen können, nach rechtzeitiger Anmeldung, auch in einem unserer Abendgottesdienste stattfinden. Dazu fragen Sie bitte einen möglichen Termin im Pfarramt an.

Familien, die ältere Kinder mit bringen, oder gerne einen lebendigen und abwechslungsreichen Taufgottesdienst feiern wollen, sollten sich für den Familiengottesdienst entscheiden.

 



Wie plane ich meine Taufe in den Evangelischen Kirchengemeinden Daisbach und Waibstadt?

Detailansicht Osterkerze

Zunächst wenden Sie sich bitte an das Evangelische Pfarramt zur Terminabsprache: wir legen das Taufdatum fest und vereinbaren einen Termin zum Taufgespräch, bei dem wir Ihren Gottesdienst vorbereiten und besprechen. Wie Sie sich auf dieses Gespräch vorbereiten können, lesen Sie im nächsten Abschnitt.



Wie können wir uns auf die Taufe vorbereiten?

Alles Wichtige und Wissenswerte über die Taufe und zur Vorbereitung finden Sie in der Taufbroschüre unserer Landeskirche.

Auf das Taufgespräch können Sie sich so vorbereiten:

  • Suchen Sie einen Taufspruch für Ihr Kind aus. Der Taufspruch ist ein kurzer Vers aus der Bibel, der Ihrem Kind bei der Taufe mitgegeben wird, und es auf seinem weiteren Weg begleiten und stärken soll. Viele Taufsprüche finden Sie hier.
  • Denken Sie darüber nach, ob es zwei bis drei Lieder gibt, die Sie gerne im Gottesdienst mit der Gemeinde singen möchten.
  • Überlegen Sie sich, ob Sie während des Gottesdienstes ein Gebet für Ihr Kind sprechen wollen. Anregungen finden Sie hier.
  • Fragen Sie Verwandte und Freunde, ob jemand bereit ist im Gottesdienst einen kurzen Bibeltext zu lesen, oder ein Gebet zu sprechen.
  • Kümmern Sie sich, wenn Sie wollen, um eine Taufkerze. Sie soll eine bleibende Erinnerung an die Taufe sein und wird deswegen in der Regel schön gestaltet und mit Name und Taufdatum versehen. Sie können die Taufkerze selber basteln, oder bestellen. Anregungen finden Sie im Internet.

Dürfen wir im Taufgottesdienst fotografieren?

Nein, denn fotografieren im Gottesdienst stört die Feier sehr und lenkt alle Anwesenden vom Wesentlichen ab. Sie können aber eine Videokamera mitbringen und den Gottesdienst von einem festen Ort aus filmen. Auch können Sie im Anschluss an den Gottesdienst alle wesentlichen Szenen mit viel Ruhe "nachstellen" und fürs Fotoalbum fotografieren.



Wir sind für Sie da!

Evangelisches Pfarramt

Waibstadt-Daisbach

 

Öffnungszeiten:

Montag         

14.00 - 18.30 Uhr

Donnerstag    

8.00 - 12.30 Uhr

 

Evangelisches Pfarramt

Kirchstraße 4

74915 Waibstadt/Daisbach

 

Tel.: 07261/2024

Fax.: 07261/973195

 

pfarramtwaidai@

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Pfarrerin Dorothee Meißner
Sekretärin Elke Himmelhan